Den Verteiler lesen: FI, Leitungsschutzschalter, Hauptschalter
In einem neueren Verteiler arbeiten drei Schutzfamilien zusammen. Der Hauptschalter ganz oben trennt die gesamte Wohnung. Der FI-Schutzschalter mit 30 mA überwacht Fehlerströme zur Erde: Er schützt Personen. Die Leitungsschutzschalter, einer pro Stromkreis, schützen die Leitungen vor Überlast und Kurzschluss: Küchensteckdosen, Beleuchtung, Backofen, Waschmaschine.
Zu erkennen, welcher ausgelöst hat, sagt schon viel. Ein einzelner Leitungsschutzschalter deutet auf einen überlasteten Stromkreis oder einen Kurzschluss. Der FI deutet auf einen Fehlerstrom, oft ein feuchtes oder defektes Gerät. Der Hauptschalter deutet auf eine Gesamtüberlast oder einen Fehler vor dem Verteiler.
- Hebel unten oder in Mittelstellung: Der Schutz hat ausgelöst.
- Ein „Test“-Knopf kennzeichnet den FI-Schutzschalter.
- Die Beschriftung des Verteilers ist Ihr bester Helfer: Fehlt sie, notieren Sie an einem ruhigen Abend, was beim Ausschalten jeder Leitung ausgeht.
Die Methode in fünf Schritten
Sie gilt für Leitungsschutzschalter wie für den FI. Nehmen Sie eine Taschenlampe und notieren Sie, was Sie tun.
- 1. Schalten Sie alle Leitungsschutzschalter aus und schalten Sie dann FI oder Hauptschalter wieder ein. Hält er, liegt der Fehler in einem Stromkreis.
- 2. Schalten Sie die Leitungsschutzschalter einzeln wieder ein. Der, der erneut auslöst, zeigt den betroffenen Stromkreis.
- 3. Ziehen Sie in diesem Stromkreis alle Geräte ab und schalten Sie wieder ein. Hält es, ist ein Gerät die Ursache.
- 4. Stecken Sie die Geräte einzeln wieder ein, bis es auslöst: Sie haben das Gerät gefunden. Nicht wieder einstecken.
- 5. Löst es bei leerem Stromkreis aus, alle Geräte abgezogen, liegt der Fehler in der Anlage selbst: Leitung, Steckdose, Abzweigdose, Feuchtigkeit. Hier kommt der Elektriker.
Die häufigsten Ursachen
Das Symptom weist den Weg: sofortiges Auslösen, Auslösen nach einigen Minuten und Auslösen bei Regen haben nicht dieselbe Ursache.
- Überlast: zu viele leistungsstarke Geräte auf einer Leitung (Wasserkocher, Backofen, Kochfeld, Haartrockner). Die Sicherung fliegt nach einigen Minuten Betrieb.
- Kurzschluss: sofortiges Auslösen, manchmal mit Knall oder Geruch. Beschädigtes Verlängerungskabel, geschmolzene Steckdosenleiste, defektes Gerät.
- Fehlerstrom zur Erde: Hier löst der FI aus. Waschmaschine, Geschirrspüler, Warmwasserbereiter, Gerät im Freien, nasse Steckdose, feuchte Abzweigdose nach Regen.
- Alterndes Gerät: Heizstab des Warmwasserbereiters, Kühlschrankmotor, alter Backofen. Der Fehler zeigt sich, wenn das Gerät warm wird.
- Ermüdete Anlage: verschlissener Schutzschalter, der zu früh auslöst, lockere Klemmen, die heiß werden, mangelhafte Erdung.
Wann Sie nicht weitermachen sollten
Einmal wieder einschalten ist normal. Dreimal hintereinander nicht: Jedes Auslösen auf einen echten Fehler erhitzt die Schwachstelle weiter.
- Brandgeruch, warme Steckdose oder warmer Verteiler, schwarze Spuren, Knistern: Hauptschalter aus und anrufen.
- Der FI löst aus und kein Gerät ist die Ursache: Der Fehlerstrom liegt in der Anlage, nicht wiederholt einschalten.
- Der Hauptschalter löst ohne erkennbaren Grund aus oder die ganze Wohnung flackert: Der Fehler kann am Zähler oder am Hausanschluss liegen. Vor jedem Eingriff anrufen.
- Alter Verteiler ohne FI oder mit Schmelzsicherungen: Die Anlage schützt Personen nicht so, wie sie sollte. Hier ist eine Normanpassung wichtiger als eine Reparatur.
- Nach einem Wasserschaden oder einer Überschwemmung: nichts wieder einschalten, bevor geprüft wurde.
Und wenn es nicht bei Ihnen liegt?
Hat sich keine Sicherung bewegt und die Nachbarschaft ist ebenfalls dunkel, liegt die Störung im Netz: Der Netzbetreiber Creos veröffentlicht den Netzstatus und eine Störungsnummer auf seiner Website, und der Elektriker kann nichts ausrichten. Sind nur Sie im Dunkeln und der Verteiler ist unauffällig, kann der Fehler am Zähler oder an Ihrem Hausanschluss liegen: anrufen.
Damit es nicht wieder passiert
Die meisten wiederholten Auslösungen kommen von einer Anlage, die mit den Gewohnheiten nicht mitgewachsen ist: mehr und stärkere Geräte auf denselben Leitungen wie vor zwanzig Jahren.
- Große Verbraucher auf verschiedene Stromkreise verteilen; eigene Leitung für Backofen, Kochfeld, Waschmaschine, Wallbox.
- Hintereinandergesteckte Steckdosenleisten und dauerhafte Verlängerungen durch feste Steckdosen ersetzen.
- Den FI einmal im Monat mit der „Test“-Taste prüfen.
- Den Verteiler beschriften.
- Eine Anlage von über zwanzig Jahren prüfen lassen, ebenso vor dem Einbau einer Wallbox, Wärmepumpe oder Klimaanlage.
So läuft ein Notdienst-Einsatz mit All.Electro
Am Telefon gehen wir diese Diagnose in wenigen Minuten mit Ihnen durch; manchmal ist der Strom ohne Anfahrt wieder da. Sonst kommen wir, Tag und Nacht. Die Diagnose vor Ort kostet je nach Uhrzeit 60 bis 120 €, vorab angekündigt, und keine Arbeit beginnt ohne Ihre Zustimmung.
Halten Sie vor dem Anruf bereit
- Was ausgelöst hat: Leitungsschutzschalter, FI oder Hauptschalter.
- Was Sie schon versucht haben, und was passiert ist.
- Das verdächtige Gerät oder den Stromkreis.
- Das ungefähre Alter des Verteilers und ein Foto davon.
- Ihre genaue Adresse und eine erreichbare Nummer.
Häufige Fragen
Die Sicherung fliegt nachts raus, obwohl nichts eingesteckt ist
Suchen Sie, was nachts von selbst anläuft: Warmwasserbereiter, Heizung, Pumpe, Kühlschrank, Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder. Ein Isolationsfehler an einem Gerät, das zyklisch startet, ist die übliche Ursache.
Kann ich einen stärkeren Schutzschalter einbauen?
Nein. Der Nennstrom schützt die Leitung, nicht das Gerät: Ein zu hoher Wert lässt eine zu schwache Leitung heiß werden. Ist die Leitung zu knapp, braucht es eine zusätzliche Leitung.
Der FI fliegt raus, wenn es regnet
Suchen Sie draußen: Terrassensteckdose, Gartenbeleuchtung, Tor, Abzweigdose, Einbauspot. Feuchtigkeit dringt ein, der Fehlerstrom löst aus. Trocknen, dann abdichten oder ersetzen.
Was kostet der Notdienst?
Die Diagnose vor Ort kostet je nach Uhrzeit 60 bis 120 €, vor der Anfahrt angekündigt. Eventuelle Arbeiten werden beziffert, bevor sie beginnen.
Eine Steckdose ist geschmolzen — was tun?
Stromkreis am Verteiler ausschalten und die Steckdose nicht mehr benutzen. Eine geschmolzene Steckdose zeigt eine lockere Klemme oder eine Überlast: Sie wird ersetzt, und die Leitung geprüft.